Wohlfahrtsfonds

By 2. Mai 2021No Comments

Der Schutz durch den Wohlfahrtsfonds

Eine neue Woche, ein neuer Themenschwerpunkt! Diese Woche soll sich alles um den #wohlfahrtsfonds drehen!

Der Schutz durch den Wohlfahrtsfonds

Der Wiener WFF ist nicht nur ein Versorgungswerk für den eigenen Ruhestand, sondern er schützt seine Mitglieder und deren Familien während des aktiven Berufslebens.

Neben der Alterspension für das Mitglied selbst, umfassen die Leistungen des Wiener WFF

1.) Die befristete und dauernde Invaliditätspension ab dem Beginn der Fondsmitgliedschaft als Solidarleistung
2.) Die Witwen/Witwerversorgung
3.) Waisenversorgung
4.) Kinderunterstützung
5.) Krankenunterstützung und Partusgeld
6.) Einmalige Leistungen gem. § 33 der Satzung

Als Mitglied des Verwaltungsausschusses (VWA) des Wiener WFF darf ich darüber berichten, dass die oben genannten Leistungen nach klaren Regeln, transparent und effizient an anspruchsberechtigte KollegInnen und deren Angehörige ausbezahlt werden. Unklar gelagerte Fälle werden im Verwaltungsausschuss anhand der Faktenlage diskutiert und gemeinsam abgestimmt.

Die genaue Erklärung der einzelnen Leistungen übersteigt die Länge dieses Beitrages, kann aber sehr einfach unter www.aekwien.at/wohlfahrtsfonds nachgelesen werden. Individuelle Fragen richten Sie bitte an Herrn Daniel Krauß (krauss@aekwien.at, 51501/1425). Die relevanten Formulare für die Beantragung von Leistungen des WWF finden Sie auf der Homepage der Concisa (www.bonusvorsorge.at) oder Sie fordern diese per mail unter aerzte@concisa.at an.

Foto: © Brigitte Gradwohl

Mythen & Fakten zum Thema #wohlfahrtsfonds

Mythen & Fakten zum Thema #wohlfahrtsfonds …Wir klären auf!

MYTHOS: Der Wohlfahrtsfonds ist eine private zusätzliche Pensionsversicherung und man könnte ihn daher abschaffen

FAKTEN: Der Wohlfahrtsfonds ist eine in Österreich gesetzlich verankerte Pflichtversicherung für alle ÄrztInnen und ZahnärztInnen. Er stellt ein Sondervermögen der Ärztekammer dar, das von dieser gemeinsam mit der Landeszahnärztekammer verwaltet wird. Er wird nach dem Solidaritätsprinzip im Sinne eines Generationenvertrages geführt und basiert auf den Grundsätzen des ASVG, des Ärztegesetzes und des Pensionskassengesetzes.

Eine Abschaffung des Wohlfahrtsfonds würde also vorerst einmal eine dahingehende Gesetzesänderung erfordern. Selbst wenn diese dann wirklich erfolgt wäre, müsste aber im Sinne des Vertrauensgrundsatzes im Rahmen eines Generationenvertrages gewährleistet sein, dass alle Personen, die zuvor in das System eingezahlt haben, später auch ihre adäquaten Leistungen, bzw. Auszahlungen, erhalten. Im Klartext gesprochen bedeutet dies, dass jene Generation, die tatsächlich beschließt, den Wohlfahrtsfonds abzuschaffen, ab dem Stichtag des Inkrafttretens dieses Beschlusses weiterhin so lange in den Fonds einzahlen müsste, bis die Leistungen an alle zuvor Anspruchsberechtigten ausgezahlt sind, ohne dann aber letztlich selbst die dementsprechende Leistungsauszahlung aus dem Versorgungswerk erwarten zu dürfen.

Interview mit OMR Dr. Günther Riefler zum Thema Wohlfahrtsfonds

Mythos: Der Beitrag zum Wohlfahrtsfonds beträgt 14% (von was auch immer) und das bestimmt der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses gegen den Willen des Ärztekammerpräsidenten, der viel weniger fordert

Fakten: Der jährliche Beitrag zum Wohlfahrtsfonds bezieht sich auf eine Bemessungsgrundlage, die dem Gewinn aus (zahn-)ärztlicher Tätigkeit des drittvorangegangenen Jahres entspricht. Er wird nach einem Stufenmodell berechnet, das Einzelschritte von null bis maximal 14% vorsieht und daher auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des jeweiligen Fondsmitgliedes abbildet. Wer am Anfang seiner Berufstätigkeit also wenig verdient, der zahlt daher auch wenig ein. Nach oben hin ist der jährliche Beitrag für gut verdienende Fondsmitglieder mit derzeit € 31.000.- begrenzt, der, wie alle Beiträge zum Wohlfahrtsfonds, in vollem Umfang steuerlich absetzbar ist.

Die Höhe dieser Prozentsätze ergibt sich aus versicherungsmathematischen Modellen zur Prognoserechnung, die das Beitragsaufkommen in Relation zur erwünschten Leistungsauszahlung berücksichtigen. Eines dieser Berechnungsmodelle empfiehlt dann der Verwaltungsausschuss nach seiner internen, demokratischen Entscheidungsfindung der erweiterten Vollversammlung der Ärztekammer – einem 100-köpfigen Gremium – zum Beschluss. Dabei haben der Vorsitzende und der Ärztekammerpräsident, wie auch jedes andere Mitglied dieses Gremiums, eine einfache Stimme.

Zu beachten ist auch das sogenannte Äquivalenzprinzip. Wer mehr einzahlt, erhält eine höhere Pension. Wer weniger einzahlt, erhält eine niedrigere Pension. Die jährliche Rendite des vom Wohlfahrtsfonds veranlagten Vermögens betrug übrigens in den letzten 10 Jahren  durchschnittlich etwa 3,5 Prozent. In Anbetracht der Nullzinspolitik der EZB und den daraus entstehenden Negativzinsen bei einem herkömmlichen Sparbuch also ein hervorragender Wert.

Im Gespräch mit MR DDr. Barbara Thornton

Mythos: „Die Beiträge zum Wohlfahrtsfonds können und sollen gesenkt werden“

Faktum: Natürlich könnte man das machen, es bliebe aber nicht ohne schwerwiegende Folgen vor allem für die Höhe der zu erwartenden Altersversorgung der Zahnärzteschaft und hier nicht nur, aber ganz besonders, für jene der gegenwärtigen „Generation 50 plus“.

Die Beiträge zum Wohlfahrtsfonds werden nämlich nicht willkürlich festgesetzt, sondern sie sind das Ergebnis versicherungsmathematischer Prognoserechnungen. Diese Berechnungen werden alle 3 Jahre von Neuem für die jeweils darauffolgenden 50 Jahre erstellt. Dadurch ist gewährleistet, dass die Höhe der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds für die kommenden Jahrzehnte gesichert ist und auch bleibt.

Würde man daher jetzt die Beitragsleistungen willkürlich herabsetzen, dann müssten in Analogie dazu auch die Auszahlungen, also vor allem die Höhe der Pensionen, in den kommenden Jahren gesenkt werden. Eine Pensionskürzung wird aber wohl niemand von uns wollen, wenn er bzw. sie sich eines Tages in den wohlverdienten Ruhestand begeben möchte.